Pädagogische Schwerpunkte

Pädagogische Schwerpunkte

Die schulische Realität in der Mittelstufe ist von den Anforderungen geprägt, die die Umbruchphase, in der die Jugendlichen sich befinden, an alle Beteiligten stellt. Die in der Schulstufe tätigen Kolleginnen und Kollegen stellen sich in besonderer Weise auf die Situation ein. Die Lerngruppen sind in dieser Altersstufe sehr inhomogen. Um eventuelle fachliche Defizite ausgleichen und eine positive Lernhaltung fördern zu können, werden verstärkt differenzierende Unterrichtsmethoden eingesetzt.

Besonderer Wert wird darauf gelegt, dass die Schüler mit unserer Hilfe ihre Arbeit, die Planung von Arbeits- und Freizeitphasen, den häuslichen Arbeitsplatz, das individuelle Lernverhalten sowie andere Lernfaktoren zunehmend selbst organisieren.

Regelmäßige, bei Bedarf häufige Gespräche im Unterricht und im Klassenrat helfen den Schülern, Regeln für einen fairen Umgang miteinander - und Maßnahmen bei deren Übertretung - gemeinsam zu entwickeln und auszubauen.

Das Verhältnis der Geschlechter zueinander ist immer wieder eine Herausforderung an die pädagogische Arbeit. Die Interessen von Jungen und Mädchen klaffen in dieser Altersstufe oft weit auseinander. Vielfalt im methodischen Vorgehen (z. B. Partner-/ Gruppenarbeit, Projektorientierung) und Maßnahmen wie Klassenrat, Klassentagung oder z. B. bei Bedarf eine phasenweise Geschlechtertrennung in einzelnen Fächern berücksichtigen gezielt die Arbeitsweisen und Interessen der Mädchen und der Jungen.Wird so das Selbstbewusstsein der Jugendlichen gestärkt und vermehrt soziale Verantwortung übernommen, kommt dies der gesamten Lerngruppe zugute.

Probleme des Arbeits- und Sozialverhaltens in der Mittelstufe haben verschiedene Ursachen.

Zum einen entwickeln die Jugendlichen ein altersgemäßes Abgrenzungsbedürfnis gegenüber Autoritäten, das die Bereitschaft der Lehrer fordert, sich mit den Schülern auseinander zu setzen und Grenzen zu setzen. Häufige informelle Absprachen innerhalb des eng zusammenarbeitenden Klassenkollegiums gewährleisten eine möglichst intensive Betreuung der Schüler, in der diese mit ihren Problemen ernst genommen werden. Zum anderen sind Schülerinnen und Schüler in dieser Phase weniger an Fachinhalten interessiert, vielmehr stehen für sie eher Aspekte wie Gruppenprozesse, Selbsterfahrung, gemeinsames Erleben und vor allem die Beziehungen zum anderen Geschlecht im Mittelpunkt.

Wir geben Schülerinnen und Schülern in außerunterrichtlichen Projekten und Angeboten Hilfestellungen, damit sie zu eigenen Zielsetzungen kommen und Klassenwiederholungen vermeiden können. Dennoch wünschen wir uns eine konstruktive und kontinuierliche unterrichtliche Mitarbeit und fördern gleichzeitig Vorhaben, die den Schülern Gelegenheit bieten, schulische Prozesse mitzugestalten und Eigeninitiative zu entwickeln (z.B. Schülerratstagung, Patenschülerausbildung und –tätigkeit). Unterrichtsmethoden und Bewertungskriterien werden mit den Schülern thematisiert, eigene Zielsetzungen zur Verbesserung formuliert.Darüber hinaus sind Konsequenz und ständiges Bemühen um Gerechtigkeit seitens der unterrichtenden Kollegen von großer Bedeutung.

Außerhalb des Unterrichts eröffnen sich Schülern Möglichkeiten, Selbstvertrauen, Engagement und Identifikation mit der Gruppe / der Schule zu entwickeln, z. B. fungieren Schüler im Klassenrat als Gesprächsleiter, sie leiten nachmittägliche AGs oder sie arbeiten in den schulpolitischen Gremien mit. Als Patinnen oder Paten einer 5. oder 6. Klasse betreuen ältere Mittelstufenschüler außerunterrichtliche Projekte, sie beraten bei Konflikten und sind eventuell als zusätzliche Begleiter bei Ausflügen und Klassenreisen unterstützend tätig.Auch in der Hausaufgabenhilfe engagieren sich ältere für jüngere Schüler.Besonderes Engagement wird in der Schulöffentlichkeit im Rahmen einer Schülerehrung am letzten Schultag vor den Sommerferien gewürdigt.

Wir pflegen eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern und wünschen uns, dass sie den Entwicklungs- und Erziehungsprozess ihrer Kinder gerade in dieser schwierigen Phase verantwortungsvoll unterstützen, indem sie die nötigen Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche schulische Arbeit schaffen.Das Zusammenwirken von Lehrern und Eltern verliert in der Mittelstufe keineswegs an Bedeutung. Regelmäßige Gespräche ermöglichen gegenseitige Hilfestellung in Krisensituationen, um die Jugendlichen zu stützen und zu stärken. Auf Elternabenden setzen sich Eltern, Lehrer und z. T. Schüler - eventuell unter Einbeziehung von Fachreferenten - wiederholt mit sozialen und pädagogischen Themen (z. B. Suchtprävention, Sozialverhalten usw.) auseinander.