Politik Gesellschaft Wirtschaft (PGW)

Eindrücke zur Podiumsdiskussion

Mika Koll, Podium:

Mein Eindruck der Podiumsdiskussion mit den Wahlkreiskandidaten der SPD, CDU, FDP, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke war sehr positiv.

Entgegen den Erwartungen kam die Diskussion auf dem Podium bereits bei der ersten Frage nach der Vorstellung in Schwung; es mussten seitens der Moderation kaum Anstöße gegeben werden, da alle gewünschten Stichworte schnell von den Politikern genannt wurden. Interessant war, dass es sowohl ruhigere als auch aktivere, jüngere und ältere Vertreter gab, wobei jedoch keiner zu wenig Sprechanteil hatte und herausfiel.

Anfangs gab es einige Schwierigkeiten, die Sprechzeit der Politiker zu beschränken, nach ein paar Hinweisen in diese Richtung hielten sie sich aber ganz gut an unsere Vorgaben.

Ich fand die einzelnen Vertreter der Parteien viel sympathischer als erwartet und die gesamte Podiumsdiskussion interessant und weniger anstrengend als befürchtet.

Das Publikum war überraschender Weise relativ ruhig, die Fragen entwickelten sich bei der Publikumsrunde jedoch nur relativ langsam und es gab somit weniger Fragen, was ein wenig schade war. (und viele Zuhörer und Zuschauer im Nachhinein auch bedauert haben).

Insgesamt hat es mir sehr viel Spaß gemacht, mehr als erwartet, und ich hätte mir gewünscht, dass wir auf mehrere Beiträge intensiver hätten eingehen können, was aber leider wegen des begrenzten zeitlichen Rahmens nicht möglich war.

Es war nach meinem Empfinden weniger eine Diskussion als eine Fragestunde, die Kandidaten hätten sich in einem weiteren Rahmen mehr aneinander messen können und so eventuell persönlich auch mehr überzeugen können.

Interessant wäre auch einmal eine völlig freie Diskussion, die sich allein durch Nachfragen entwickelte.

Resümierend kann ich sagen, dass ich mich bei nächster Gelegenheit auf jeden Fall wieder für eine Podiumsdiskussion melden würde, insbesondere im Thema Politik.

Ich bin mir nicht sicher, wie sehr die Diskussion die vorherigen Tendenzen der Wähler beeinflusst hat. Ich würde sagen, dass sich viele sicherlich in ihrer vorherigen Meinung bestätigt fühlen (so z.B. bei der Vertreterin der Linken), trotzdem gab es natürlich sympathischere Politiker, die häufig gerade durch ihre Zurückhaltung punkten konnten, und weniger sympathische.

 

Eindruck: Marie Klaproth, Podium:

Diskussion mit Vertreter/innen der verschiedenen Parteien war ergiebiger als ich zunächst gedacht hatte. Neben den inhaltlichen Beantwortungen kamen auch die Beziehungen der Parteien untereinander zutage. Das Publikum hat klar seine Sympathien und auch (nur selten) Antipathien zum Ausdruck gebracht und ich denke, dass die erneute Junior-Wahl einige Veränderungen im Vergleich zur ersten aufweisen wird. Die positive Rückmeldung sowohl von den Teilnehmer/innen als auch von den Zuhörern/innen hat uns bestärkt,  dass die Diskussion für manche einiges an Informationen zu bieten hatte und nicht langweilig wurde. 

 

Eindruck von der Podiumsdiskussion, Leo Versteegen:

Die Podiumsdiskussion, zu der wir am 12.9. einige prominente Hamburger Bundestagskandidaten einluden, förderte für solche Zuschauer, die mit den grundsätzlichen Positionen der Parteien vertraut waren, leider nur wenige neue Einsichten zu Tage. Für diejenigen, die bei diesem Ereignis das erstmals auf Tuchfühlung mit den Themen der Bundestagswahl gehen, wurde aber eine gelungene Übersicht geboten. Da der geladene CDU-Gast Frank Schira sich leider relativ farblos blieb, war es am FDP-Mann Burkhardt Müller-Sönksen den Debatten zumindest eine gewisse Links-Rechts-Schärfe zu geben, dessen aggressives Auftreten hat ihm im ansonsten unaufgeregten Wahlkampf wohl wenig Sympathiepunkte eingebracht. Am besten kam wohl die Wahlkreiskandidatin der SPD, Aydan Özoǧuz, an. Sie bestach durch sachliche und freundliche Tonalität. Der 22-jährige Maximilian von den Grünen schlug sich gegen seine wesentlich älteren Konkurrenten durchaus gut, er baute zum Ende der Veranstaltung hin jedoch etwas ab. Cornelia Kerth von den Linken konnte inhaltlich leider kaum überzeugen.

Die Moderatoren haben alle Themen durchgebracht, leider war das Gespräch auch von dieser Mentalität geprägt, sodass die Diskussion oft zu einer Art Pressekonferenz reduziert wurde. Man hätte sich vielleicht mehr Zeit nehmen sollen (aus dem Publikum wurde dieser Wunsch auch geäußert), oder sich auf weniger Themen beschränken sollen, um eine kontrastreichere und tiefergehende Debatte zu ermöglichen.