2009 Debattierender Austausch

Stettin / Szczecin - der „debattierende Austausch“

Die „deutsch – polnische Freundschaft“ :

 

Weil es mich wirklich beeindruckt hat, wie nett wir in Stettin, in der Schule und bei unseren Gastschülern aufgenommen wurden, möchte ich zuerst über die neu entstandene „deutsch – polnische Freundschaft“ berichten.

Schon in den ersten Sekunden als ich unsere Austauschpartner am Bahnhof sah, merkte ich, wie sehr sie sich auf uns gefreut haben. Wir wurden mit einem großen Herzlich Willkommen debattierender Austausch aus Hamburg! – Schild empfangen, das von ein paar unserer neuen polnischen Freunde grinsend gehalten wurde. Die Stimmung war nicht angespannt, sondern viel mehr waren wir alle gespannt auf die Schüler, bei denen wir die nächsten zwei Tage unterkommen würden. Gleich nach dem ersten „neugierigen Betrachten“ auf dem Bahngleis, wurden wir von der Lehrerin nett begrüßt und machten uns auf, eine Straßenbahn zu bekommen, die uns zur Schule fahren würde.

Schon auf dem Weg zur Haltestelle, kamen die ersten Polen auf einen zu und stellten Fragen. Gleich merkten wir, dass sie wirklich so gut deutsch sprechen konnten, und waren erleichtert, denn unsere Polnischkenntnisse hielten sich ja doch in Grenzen. (auch wenn wir alle auf dem Hinweg in der Bahn versucht hatten uns ein paar polnische Sätze einzuprägen.)

Nach der turbulenten Fahrt in der Straßenbahn, hatten wir noch ein wenig zu laufen bis wir endlich bei der Schule ankamen. Die schwere Tasche wurde mir gleich von einem der polnischen Schüler abgenommen. Auf dem Weg, erhielten wir schon ein paar Erklärungen, was da und was dort gemacht werden konnte.

Als wir in der Schule angekommen waren, gab es erstmal Mittagessen. Wir waren sehr erstaunt als uns das Essen gebracht und wir regelrecht verwöhnt wurden. Gleich danach ging es daran seine Gastschwester oder seinen Gastbruder zu bekommen. Dazu zogen wir einfach jeder einen Namen, ich hatte das Glück mit meiner Freundin bei einer Polin zusammen wohnen zu dürfen. Jetzt hatten unsere polnischen Freunde weitere Überraschungen parat. Sie hatten sich für uns extra Kennenlernspiele ausgedacht, bei denen wir sogar schon unsere ersten polnischen Wörter lernten. Das hat mir sehr gut gefallen, denn nach diesen Spielen war man mit allen etwas vertrauter und konnte sich auch schon die meisten der teilweise wirklich schweren Namen merken. Ans Ausruhen war nicht zu denken, denn gleich startete der neue Programmpunkt. Eine Stadtralley durch Stettin, für die schöne Karten mit vielen Fragen vorbereitet wurden. Als wir alle halb erfroren und klitschnass vom Schneesturm zurück in die Schule kehrten gab es erstmal Kuchen, den einige der Polinnen extra für uns gebacken hatten. Danach war ein gemeinsamer Bowlingabend geplant, auch der war toll und wir haben die polnischen Schüler noch besser kennen gelernt. Dann war der erste Tag auch schon zu Ende und wir machten uns alle mit unseren Gastschülern auf den Weg in unser neues zu Hause für die nächsten beiden Nächte.

Bei unserer Polin zu Hause hab ich mich gleich wohl gefühlt, sie hat sich super um mich gekümmert und es war total schön dort, wir haben noch lange geredet und ich war sehr glücklich, mitgekommen zu sein.

Auch das debattieren mit den polnischen Schülern, machte total Spaß. Sie haben sich sehr viel Mühe gegeben und es hat gut geklappt. Ich bewundere immer noch, dass sie es geschafft haben mit uns auf Deutsch zu debattieren. Für Verpflegung war auch wieder gesorgt, die Mensa der Schule hatte leckere Brote geschmiert und wie immer fühlte ich mich sehr wohl. Nach diesem Tag und nachdem wir auch das debattieren auf der Bühne mit Jurybewertung hinter uns hatten, konnten wir beim Filmeabend entspannen. Danach hatten wir wieder einen netten Abend in den Gastfamilien, wo uns dann bewusst wurde, dass das auch schon der letzte war. Am nächsten Vormittag wurde noch ein wenig debattiert und dann auch das Quiz über Stettin beendet, bei dem auf den besten „Stettin-Kenner“ sogar ein kleiner Pokal wartete. Auch der beste Debatand (symbolisch ein Deutscher) bekam einen schönen, großen Pokal von der Schule.

Aber wie es nun mal immer ist, ist ein Abschied nicht zu verhindern und so machten wir uns nach dem letzten gemeinsamen Mittagessen auf zum Bahnhof. Wir haben uns lange verabschiedet, noch Fotos von der Gruppe gemacht, Email-Adressen ausgetauscht, vielleicht auch ein wenig geweint und trotzdem viel gelacht. Ein paar aus der polnischen Gruppe sind dem Zug sogar noch lange hinterhergelaufen und hörten nicht auf zu winken.

Wir freuen uns schon sehr wenn unsere polnischen Freunde uns in diesem Sommer vielleicht besuchen kommen.

 

Im Endeffekt habe ich mich in der Schule und bei meiner Gastfamilie wirklich wohl gefühlt und ich fand es toll, wie freundlich wir sofort aufgenommen wurden. Jetzt ist mir auch klar, wie viel Spaß ein Austausch machen kann, wenn man so nette Gastpartner hat. Es waren drei tolle Tage in Polen und ich denke ich spreche für alle, wenn ich sage, so was kann auf jeden Fall wiederholt werden, damit auch Andere diesen Austausch erleben können.

 

 

 

 

Das Debattieren:

 

Über das Debattieren kann ich nur sagen: Eine super Erfahrung! Es war sehr anders mit den polnischen Schülern zu debattieren und ich musste mich schon ein wenig umstellen. Natürlich musste ich versuchen langsamer und deutlicher zu sprechen und mich klarer auszudrücken,

außerdem war es wichtig beim Debattieren auch auf seine polnischen Mitdebattanden einzugehen, denn sonst debattierte man eher alleine. Man musste in der Debatte auch sehr aufmerksam sein und sehr gut zuhören um die Argumente der polnischen Schüler verstehen zu können. Trotz aller Bemühungen und guten Vorsätzen, hat es bei mir nicht immer geklappt mich so zu konzentrieren. Ich bin aber auf jeden Fall trotzdem der Meinung, dass das Debattieren mir sehr viel gebracht hat und ich mich dadurch vielleicht sogar ein wenig verbessern konnte. Interessant fand ich außerdem, die teilweise differenzierten Sichtweisen der polnischen Schüler und der polnischen Jury mitzubekommen. Auch sehr lehrreich war es für mich, die „Debattier-Meister“ aus der Oberstufe mal beim debattieren erlebt haben zu können, mir ist dabei viel aufgefallen was ich an mir noch verbessern kann.

Johannah Geyer