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Marione Ingram am Gymnasium Buckhorn

Die jüdische Schriftstellerin Marione Ingram (*1935) lebte als Kind während des Zweiten Weltkrieges in Hamburg. Sie erlebte in dieser Zeit Ausgrenzung und Diskriminierung und entkam nur knapp der Deportation. Während des Feuersturms 1943 irrte sie mit ihrer Mutter durch die brennenden Straßen der Stadt, weil ihr kein Zugang zum Luftschutzbunker gewährt wurde. Danach versteckte sie sich bei einem kommunistischen Ehepaar in Rahlstedt und wanderte schließlich mit 17 in die USA aus, wo sie bis heute lebt.

Nun kehrte sie für kurze Zeit nach Hamburg zurück und besuchte auch das Gymnasium Buckhorn, um aus ihrem Buch „Kriegskind. Eine jüdische Kindheit in Hamburg“ vorzulesen und ihre Geschichte zu erzählen. Diese Veranstaltung, die am 30. Oktober in unserer Aula stattfand und von Johanna, Mia, Leonard und Max moderiert wurde, entwickelte sich zu einem sehr berührenden Abend, der bei vielen der Zuschauer einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben dürfte.

Nachdem Frau Ingram zwei Auszüge aus ihrem Buch vorgelesen hatte, stellte sie sich den Fragen der Moderatoren und des Publikums, wobei sie zum einen auf ihre Erlebnisse in Nazideutschland und zum anderen auf ihr aktuelles politisches Engagement einging und einen Einblick in ihre Weltanschauung gab. Besonders beeindruckend war ihr Appell an die jungen Zuhörer, sich gerade in Zeiten des Populismus politisch zu engagieren und gegen Ausgrenzung zu kämpfen.

Es war außerordentlich interessant und bereichernd, eine Frau mit einer solch beeindruckenden Lebensgeschichte und einer so starken Botschaft bei uns an der Schule zu haben und die Chance zu nutzen, eine der wenigen noch lebenden Zeitzeuginnen persönlich kennen zu lernen.

Arik Saathoff 

 

 



Vorankündigung

liest aus ihrer Autobiografie:

Kriegskind. Eine jüdische Kindheit in Hamburg

 

Als Kind einer jüdischen Mutter und eines nicht jüdischen Vaters durchlebten Marione Ingram und ihre Schwestern Diskriminierung und Ausgrenzung bis hin zur existenziellen Bedrohung durch die Gestapo. Während der Bombennächte 1943 irrt die achtjährige Marione an der Hand ihrer Mutter durch die brennenden Straßen Hamburgs, weil ihnen kein Einlass in den schützenden Bunker ihres Hauses gewährt wird. Mit dem großen Evakuierungsstrom nach den Bombardierungen gelingt ihnen die Flucht aus der Stadt, später werden sie von einem kommunistischen Ehepaar versteckt. Im Alter von siebzehn fasst Marione schließlich den Entschluss, in die USA zu gehen ...

In eindrucksvoller Dichte erzählt die Autorin von einer Kindheit und Jugend, die geprägt war von dem beklemmenden Gefühl der Unsicherheit und Bedrohung.

 

[Originaltitel: "The Hands of War", New York 2013]

Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Ulrike Sparr.

 

Moderiert wird die Lesung von SchülerInnen des Gymnasiums Buckhorn

 

Anschließend wird es ausreichend Zeit und Gelegenheit zu Gespräch, Nachfrage und Diskussion geben.

 

Spenden zur Deckung der Kosten dieses Abends werden gern & dankend angenommen.