2015 Podiumsdiskussion Olympiabewerbung

 

Podiumsdiskussion in der Aula zum Olympiastandort Hamburg

(N)OLYMPIA für Hamburg

Seit Wochen und Monaten gab es ein Thema, welches uns Hamburger tagtäglich begleitete. Die Bewerbung der Hansestadt für die Olympischen Spiele 2024.
Es gab viele Stimmen für und gegen die Bewerbung und deshalb hat das Gymnasium Buckhorn am Donnerstag, dem 19.11.15, eine Podiumsdiskussion veranstaltet, zu denen Vertreter der in der Bürgerschaft vertretenen Parteien eingeladen wurden.  Neben der Zweiten Bürgermeisterin Hamburgs, Katharina Fegebank (Grüne), waren auch Thilo Kleibauer (CDU), Mehmet Yildiz (LINKE), Daniel Oetzel (FDP), Dr. Andreas Dressel (SPD) sowie Dr. Joachim Körner (AfD) anwesend.  Moderiert wurde das Spektakel von Laura Johnson, Sire Ndiaye und Marvin Gassner, drei engagierten Schülern des Sportprofils der S1.

Natürlich lag das Hauptaugenmerk bei dieser Debatte auf dem Olympiareferendum, doch aufgrund der Geschehnisse am 13.11.15 war neben der immer aktuellen Flüchtlingsdebatte auch der Terror ein wichtiges Thema.
Nach der Vorstellung der einzelnen Politiker wurde jeder von ihnen aufgefordert, sich zum Thema Olympia zu positionieren im Hinblick auf die finanzielle Tragfähigkeit, Nachhaltigkeit und Transparenz. Die Antworten auf diese Fragen waren nicht besonders überraschend. Mit den Argumenten, dass Sport verbinde, Hamburg wettbewerbsfähig bleiben müsse und es eine Gelegenheit wäre, so viele unterschiedliche Nationalitäten in einem fairen und friedvollen Wettkampf aufeinander treffen zu lassen, stimmten alle anwesenden Parteien für die Bewerbung Hamburgs - bis auf die LINKE und die AfD. Obwohl Dr. Andreas Dressel eine ehrliche Kostenanalyse als ein Argument für Olympia deklarierte, führte Mehmet Yildiz (LINKE) an, dass es sich hier um unüberschaubare Kosten handeln würde. Der entwickelte Kostenplan wäre nur umsetzbar, würden sich Privatinvestoren an diesem Projekt beteiligen. Auch Dr. Joachim Körner (AfD) bemängelte die unausgereifte Kostenplanung und meinte, es sei für eine Entscheidung noch viel zu früh.

Um auch die Schüler des Gymnasium Buckhorns nach ihrer Meinung fragen zu können, veranstaltete Herr Dr. Rinklake, mit dem Sportprofil als Wahlvorstand, eine Juniorwahl am Freitag, dem 27.11.15. Alle Schüler und Schülerinnen ab Klasse 8 waren berechtigt, sich im Hinblick auf das Olympiareferendum zu positionieren. Die Stimmen wurden noch am selben Tag, ebenfalls von dem Sportprofil der S1, ausgewertet.
Wenn man die Zahlen betrachtet, unter Berücksichtigung der unvollständigen Wahlbeteiligung der S3, ist die Mehrheit jeder Klassenstufe für die Bewerbung Hamburgs für die Olympischen Spiele 2024. Dennoch ist es auffällig, dass in der Mittelstufe mehr Schüler mit „Nein“ gestimmt haben als in der Oberstufe. Ein möglicher Grund dafür wäre, dass jüngere Schüler und Schülerinnen eventuell noch mehr von zu Hause und den Meinungen ihrer Eltern beeinflusst werden als die der Oberstufe.
Dies würde sich auch mit der offiziellen Abstimmung Hamburgs decken. Bei einer sehr hohen Wahlbeteiligung haben 51,6% der Hamburger gegen das Olympiareferendum gestimmt.
Die Reaktionen zu diesem Ergebnis sind unterschiedlich. Die Sportwelt ist geschockt, viele sind überrascht und vor allem der Senat ist enttäuscht. Es ist nicht das erste Mal, dass ein Vorschlag von einem Volksentscheid abgelehnt wird. Es zeigt, dass die Bevölkerung teilweise andere Ziele verfolgt als die Politik.

Trotz der unterschiedlichen Meinungen zum Thema Olympia waren sich alle Politiker einig, was den grausamen Terror-Anschlag am 13. November angeht.
Alle waren der Ansicht, dass wir uns gerade nach so einem Ereignis nicht verstecken dürfen und unsere Freiheit leben und verteidigen müssen. Wir müssen unsere Werte verteidigen indem wir sie leben. Katharina Fegebank stellte unter dem Beifall der Schüler fest:
„Unsere Angst schenken wir Euch nicht! Unser Herz muss gerade jetzt lauter und höher schlagen. Wir müssen zusammenstehen!“

Diese positive Denkweise legten die Politiker, zumindest der Großteil von ihnen, auch bei der Flüchtlingsdebatte an den Tag. Alle Parteien waren der Ansicht, dass die Flüchtlingsproblematik ausreichend ernstgenommen wird, allerdings war die CDU der Meinung, dass speziell Hamburg nicht genügend auf die Flüchtlinge vorbereitet wäre. Da es sich hier allerdings nur um Ja/Nein-Fragen handelte, wurden diese nicht weiter vertieft.
Eine Spaltung der Gesellschaft schlossen die Parteien, bis auf die AfD, ebenfalls aus. Im Zuge der Flüchtlingsdebatte wurde die AfD, speziell von der FDP, in manchen Punkten kritisiert. Der AfD wurde geheucheltes Interesse an den Flüchtlingen vorgeworfen. Sie würde sich jetzt, vor all den Schülern, versuchen in ein gutes Licht zu rücken, nachdem die AfD gerade in den letzten Wochen des Öfteren negativ aufgefallen wäre.

Obwohl die Zeit sehr knapp war, war es trotzdem sehr interessant zu sehen, wie sich die einzelnen Parteien besonders bei den Ja/Nein- Fragen positionierten. Die Podiumsdiskussion ist immer wieder eine schöne Möglichkeit, einen Einblick in die Parteien und ihre Ansichten zu erhalten.

Camille Saxer, S3