2014:Opfer - Täter - Helfer

 

„Volksdorf 1933 – 1945. Opfer – Täter – Helfer“

Dickschiff am Gymnasium Buckhorn

15. April 2014, 19.30 Uhr

„Volksdorf 1933 – 1945. Opfer – Täter – Helfer“

 Die Walddörfer sind bekannt für ihr vorbildliches Interesse an der eigenen Geschichte! So erforscht z. B. der Verein De Spieker die heimatliche bäuerliche Kultur und präsentiert alte Ge­werke und Bräuche im Museumsdorf, Damit erhalten die vergangenen Lebens- und Arbeitsformen wieder Leben.

Der Gruppe Dr. Eva Lindemann, Klaus und Ursula Pietsch geht es darum, die Namen derjenigen  Nachbarn in den Stadtteil zurückzuführen, die mit uns bis 1933 hier Seite an Seite wohnten.

Wer jüdische Vorfahren hatte, war danach auch in den Walddörfern seines Lebens nicht mehr sicher. Diese Gruppe umfasste allein mehr als 100 Personen, von denen viele verjagt, einige auch deportiert wurden. Nachbarn mit einer Behinderung sperrte man gegen ihren oder der Eltern Willen in „Krankenheilanstalten“ ein und ließ sie im Rahmen der Euthanasieaktionen umbringen. Auch politisch motivierten Widerstand gab es hier, der für die Betroffenen unter dem Fallbeil, im KZ oder durch Folter endete.

Unsere kleine Forschergruppe bemüht sich den Einzelschicksalen nach zu gehen. Dazu forschen wir im Staatsarchiv, interviewen die letzten Zeitzeugen, vernetzen unsere Recherchen mit Geschichtswerkstätten und gucken über den Tellerrand ins Ausland.

In den letzten 20 Jahren entdeckten wir um die Helfer herum ausgeklügelte Netzwerke. Aber auch Täter konnten benannt werden  – für alle drei Gruppen finden sich Beispiele in unseren Straßen.

Die Ergebnisse unserer Arbeit stellen wir auf Rundgängen, in Vorträgen und Lesungen sowie auch durch Publikationen vor; dabei liegt uns besonders daran, mit jungen Leuten in Kontakt zu kommen.

Unser Vortrag soll einen Einblick in unsere Arbeit geben, von der wir hoffen, dass sie durch Anregungen aus der Zuhörerschaft bereichert wird.      

                                                                       Dr. Eva Lindemann, Klaus und Ursula Pietsch

Bei dem diesjährigen Dickschiff stellt die Forschergruppe ihre Arbeit an ausgewählten Bei­spielen im Rahmen eines Vortrages vor. Passend zu ihrem Anspruch, sich vor allem jungen Leuten zuzuwenden, werden sie an dem Abend von Justus Griesenberg (S4) unterstützt, der seinen Beitrag für den Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten vorstellt, mit dem er einen Landessieg errungen hat. Die musikalische Untermalung übernimmt der ehemalige Buckhorner Christoph Eder am Klavier.

Im Anschluss an den Vortrag ist eine Phase des Austauschs über das Gehörte vorgesehen, in der die Forschergruppe gerne weitere Fragen beantwortet.