Geolinio Projekt

 

„Geheimsache Labskaus“ am Gymnasium Buckhorn aufgedeckt

Nasen drücken sich an den Fensterscheiben platt. Klopfen, Winken, Rufen. Vor der Aula des Gymnasiums Buckhorn herrschte am vergangenen Freitag (15.11.) eine Stimmung wie an der Kasse zu einem Erlebnispark. Stimmengewirr, gespannte Erwartungen. Dann ist es so weit.

Die Fünft- und Sechstklässler strömen durch den Eingang ins Foyer, wo knapp 100 kleine Portionen Labskaus auf ihre Verkostung warten. Fein sortiert finden die Schüler auf ihrem Teller rote Beete, saure Gurke und einen Klecks lilafarbenen Breis mit einem Spiegelei obendrauf. „Sieht das eklig aus!“, quietscht ein dunkelhaariges Mädchen aus der 6b. „Aber es schmeckt richtig lecker“, posaunt ihre Freundin nach einer Weile zurück. Die wenigsten Volksdorfer Deerns und Jungs kannten die Hamburger Spezialität, den meisten schmeckte das alte Seemannsgericht.

Die bis auf die rote Beete leergekratzten Teller sind das Verdienst der Großköche Ina Rometsch und Martin Verg. Denn das Rezept entstammt ihrem Kinderbuch „Geheimsache Labskaus“ (Residenz Verlag). Das von den Autoren gemeinsam mit den Klassensprechern mit viel Spaß zubereitete Gericht war denn auch nur der kulinarische Auftakt zu einer Lesung aus dem Buch, das mit dem Raub der Pudeldame Raissa beginnt und mit einer schrägen Verfolgungsjagd von Fahranfängern quer durch Hamburg endet. Ina Rometsch und Martin Verg setzen sich eine Stirnlampe auf, wenn sie von Zacks und Elektras nächtlichem Einbruch im Büro des Kindererziehungsheimes berichten, wo die beiden Freunde auf der Spur der entführten Hundedame ein Geheimrezept für Labskaus suchen. „Brrrrrtttsch“, lässt Martin Verg den Taser zischen und explodieren, wenn der verrückte Wissenschaftler Dose Zacks Freund Oskar mit der Stromschockpistole bedroht. In der Aula der Schule ist es mucksmäuschenstill. Die 100 Schüler lauschen aufmerksam einem fesselnden Krimi, der eine verwickelte Geschichte mit Witz und Seitenhieben auf ahnungslose Eltern und schläfrige Beamte erzählt. Der zehnjährige Leon findet jedenfalls: „Das ist ja endlich mal ein spannendes Buch“. Er reiht sich in die lange Schlange derjenigen ein, die sich ein Buchexemplar von den Autoren signieren lassen. Diese Lesung mit Ina Rometsch und Martin Verg anlässlich des bundesweiten Vorlesetags war am Gymnasium Buckhorn ein krachender Erfolg.

 

Text:    Bö

Fotos:   Mw