Buckhorn hilft Buckhorn

 

Buckhorn hilft Buckhorn2014

Liebe Ehemalige,

mit viel Freude und auch mit einer gewissen Portion Stolz dürfen wir auf unsere erste gemeinsame Aktion zur Berufsorientierung, “Buckhorn hilft Buckhorn“, im vergangenen Jahr zurückblicken. Alle Teilnehmer, ob Ehemalige oder aktuelle Schüler, haben das Treffen genossen und die Schüler haben zurückblickend in großer Einmütigkeit hervorgehoben, dass dieses Treffen etwas Besonderes für sie war. In diesem Sinne wollen wir auch im Jahre 2014 wieder diese Aktion durchführen. Als Termin haben wir

Samstag, den 15.11.2014, von 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr ins Auge gefasst.

Wir werden all diejenigen wieder anfragen, die wir im vergangenen Jahr gebeten hatten teilzunehmen. Wer sich zusätzlich noch zur Verfügung stellen möchte, von seinen persönlichen Berufserfahrungen zu berichten und den aktuellen Schülern weiterzuhelfen, ist herzlich eingeladen.

Vielen Dank, Ihre

Marten Meyer, Vorsitzender des Ehemaligenvereines

Dr. Hubert Rinklake, Koordinator für Berufsorientierung

(rinklakehh@t-online.de)

Wenn möglich – bitte noch heute zurück! Sie erhalten eine schriftliche Bestätigung!

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Abi-Jahrgang: _________________________________________

Beruf / berufl. Erfahrungen: ______________________________

Telefon / Handy: _______________________________________

Mail:  _______________________________________________

Bemerkungen:________________________________________

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Der Weg zur Schule. Ich hatte geglaubt, die Straßen seien mir noch vertrauter. Der Blick auf die Uhr: Bin ich zu spät? Früher wusste ich genau, wie lange ich von dieser Kreuzung aus noch brauche. Heute erscheinen mir die Distanzen geringer. Zu wenig Zeit, in Gedanken noch die Hausaufgaben zu machen, die auf dem Zettel in meiner Tasche stehen sollten. Vier Stunden bin ich mit dem Zug gefahren und trotzdem nicht fertig geworden. Dabei soll ich bloß etwas über meinen Beruf erzählen. Was man da macht, wie man das wird, was man verdient. Ist doch einfach. Erzählen ist mein Job. Das Problem ist nur, dass das, was ich hier sage, der Berufsorientierung dienen soll. Was, wenn sie sich wirklich an mir orientieren?

Ich bin Journalistin. Das hat sich so ergeben. Ich wollte mal Ärztin werden. Aber Chemie hat mich gelangweilt. Dann wollte ich Musik studieren, aber zum Üben war ich immer zu faul. Ich mochte Geschichte, Deutsch und Politik. Ich habe immer gern diskutiert. Als Journalistin, stellte mir vor, würde ich flammende Plädoyers verfassen, gegen militärische Interventionen, für Frauenrechte. Missstände anprangern, die Welt verbessern würde. 13 Jahre ist das her. Letzte Woche habe ich über die Bilanzzahlen eines Unternehmens und die Auswirkungen auf dessen Aktienkurs geschrieben. Mathe habe ich gehasst.

Ich steige aus dem Auto und zünde mir eine Zigarette an. Halt, darf man das? Ich rauche sonst immer und überall. Früher hätte ich das cool gefunden. Jetzt ist es mir unangenehm.

Die erste Schülerin kommt und stellt mir Fragen. Was ich studiert habe, will sie wissen, und wie lange man studieren muss. Politikwissenschaft, antworte ich. Das war einfach. Sechs Jahre, führe ich zögerlich aus, vielleicht waren es auch sieben, setze ich in Gedanken hinzu, aber in der Regel braucht man nur fünf, sage ich laut. Ich denke an das Jahr, in dem ich überhaupt nichts tat, außer in meiner Wohnung herumzusitzen, zu rauchen und alles sinnlos zu finden. Dieses Mädchen wirkt so aufgeweckt, so klug und vernünftig, ihr wird das garantiert nicht passieren. Ich glaube, ich sah damals auch so aus.

Später wird mich ein Schüler fragen, ob ein Politikstudium sinnvoll ist. Ob die Uni mit der Aktualität der Tagespolitik mithalten könne, ob das nicht alles sehr theoretisch wäre. Ist es, sage ich. Ich denke an die Bücher, durch ich mich gequält habe, die umständliche Sprache, das intellektuelle Gehabe. Ich denke auch an die Abende in den WG-Küchen, mit Rotwein und Wodka und der ewigen Frage nach dem Warum. Ich sage, dass es sich lohnt, zu studieren.

Der Tisch, an dem ich sitze, steht in der Aula. Die gab es zu meiner Schulzeit noch gar nicht. Ich blicke neidisch auf die hohe Bühne und die schwarzen Vorhänge. Ich wäre auch gern Schauspielerin geworden. Hätte ich damals auf dieser Bühne gespielt, wer weiß, vielleicht wäre mein Leben ganz anders verlaufen.

Mein Lebenslauf. Eine Reihe von Zufällen. Das erste Zeitungspraktikum, weil mein Vater dort jemanden kannte. Das Jahr in Brüssel, weil ich glaubte, es sei cool, in der EU Karriere zu machen. Das Volontariat mit Schwerpunkt Wirtschaft, bloß weil es in Berlin und ich dort damals so verliebt war. Mein erster Job, den ich kriegte, weil ich jemanden kannte, der mich mochte. Das kann ich doch den Schülern nicht erzählen. Die wollen einen Plan machen, die wüssten gerne, was aus ihnen wird. Das wollte ich damals auch.

Ich erzähle, wie hart ich gearbeitet habe, um eine mies bezahlte Festanstellung mit vielen unbezahlten Überstunden bei einer Tageszeitung zu bekommen. Dass ich für ein besseres Gehalt und eine bessere Position zu einer anderen Zeitung gegangen bin, die ich freiwillig nicht lesen würde. Dass ich unter Zeitdruck schon Sätze geschrieben habe, die ich selbst nicht glaubte. Dass alle diesen Druck haben, weil im Internet alles umsonst ist und niemand mehr für Qualitätsjournalismus bezahlen will. Ich blicke in angewiderte Gesichter. Ich muss auch etwas Positives sagen. Mir fällt die Geschichte eines Kollegen ein, der kürzlich einen afrikanischen Flüchtling auf seiner Odyssee durch Europa begleitet hat. Der Artikel ist vor Gericht schon als Beweismittel herangezogen wurden. Er hat mit dafür gesorgt, dass Menschen nicht abgeschoben wurden. Ich selbst habe Menschen begleitet, die bei Banken arbeiten und konnte hoffentlich dazu beitragen, dass meine Leser die Finanzkrise besser verstanden haben.

Wie das sei, wenn man so oft umzieht, fragt mich eine Schülerin. Wie sich das auf das Privatleben auswirken würde. Mein Privatleben, denke ich. Was soll ich darauf antworten. Das sind 17-Jährige, die glauben an die große Liebe und das Haus mit Garten. Ich dachte damals auch, dass ich nicht ohne meine Freunde würde leben können. Heute weiß ich: Freunde kommen und gehen. Mir sei der Job eben wichtiger gewesen, sage ich, absichtlich streng, und erschrecke, weil ich merke, dass es stimmt.

Weil ich den schönsten Beruf habe, den ich mir vorstellen kann. Weil jeder Tag etwas anderes bringt. Weil ich immer noch nicht weiß, wo und wer ich morgen sein werde. Macht Euch keine Sorgen, will ich den Schülern sagen. Geht auf Weltreise oder ins Altenheim, studiert Sport oder geht ein Jahr lang bloß ins Kino. Irgendwas werdet Ihr schon werden.

Miriam Schroder (Abitur 1999)

 

Buckhorn hilft Buckhorn 2012

Am Samstag, den 3.11.2012, trafen sich die Oberstufenschüler des Gymnasiums Buckhorn mit zahlreichen Ehemaligen zu der neuen Berufsorientierungs-Veranstaltung „Buckhorn hilft Buckhorn“. Zwischen 10 und 13 Uhr bestand in der Pausenhalle sowie in der Aula die Möglichkeit, sich Vorträge ehemaliger Schüler anzuhören sowie persönliche Gespräche mit ihnen zu führen, um einen Einblick in verschiedene Berufe und Werdegänge zu erhalten. Dazu gab es Kaffe und Kuchen, die zu fairen Preisen von der S 3 verkauft wurden. Auf die Idee zu „Buckhorn hilft Buckhorn“ war Herr Dr. Rinklake auf der Ausbildungsmesse „Vocatium“ gekommen, die er im Juni letzten Jahres mit der damaligen S 3 besuchte. Die Vocatium in Hamburg ist eine hochwertige Bildungsmesse, auf der Schülerinnen und Schüler sich mit überwiegend vorab gebuchten Gesprächsterminen bei Unternehmen, Hochschulen, Berufsfachschulen und Beratungsinstitutionen informieren können. Herr Dr. Rinklake zählte eins und eins zusammen, sah die Chance auf eine schulinterne Berufsorientierung, kontaktierte im Rahmen des 22. Dezember, dem traditionellen Treffen der Ehemaligen in Buckhorn, den Ehemaligenverein und langsam nahm „Buckhorn hilft Buckhorn“ Gestalt an. Der Ehemaligenverein fragte bei seinen Mitgliedern nach, ob Interesse an solch einer Veranstaltung bestehen würde und kurze Zeit später erhielt Rinklake rund 80 e-mail Adressen von interessierten Ehemaligen, die sich als Referenten zur Verfügung stellen wollten. Letztendlich gestalteten über 60 Referenten den Termin und bemühten sich, den zahlreich erschienen Gymnasiasten einen tiefen Einblick in ihre Tätigkeiten zu gewähren. Die hohe Teilnehmerzahl an der komplett freiwilligen Veranstaltung ist atemberaubend. Von rund 240 Oberstufenschülern gaben 162 Schüler ihren Gesprächswahlzettel ab, auf dem sie zwischen über 50 Einzelgesprächen und Vorträgen wählen konnten. Insgesamt erschienen am Samstag dann sogar über 180 höchst interessierte Schüler.

Das Feedback der künftigen Abiturienten zu „Buckhorn hilft Buckhorn“ fiel nahezu komplett positiv aus. „Die Produktivität dieser Veranstaltung ist nicht in Frage zu stellen. Ich stand etwas unwillig auf, als der Wecker an einem Samstagmorgen klingelte, um mich pünktlich für die Schule zu wecken. Dennoch bin ich nun sehr dankbar, dass ich hier sein darf. Die Referenten verstehen ihr Handwerk und können mir in Einzelgesprächen oft explizit weiter helfen“, so ein Schüler aus dem Biologie-Profil in Stufe 11. Das große Lob der Einzelgespräche kam nicht nur von vereinzelten Schülern, nein, für fast alle Schüler waren sie der Hauptgrund, um an einem Samstag das Gymnasium überhaupt zu betreten. Durch persönliche Einzelgespräche mit Referenten, die ihre Karriereschritte ausführlich erklären und dem Einzelnen Fragen beantworten und Ratschläge geben, erhalte man ein ausgeprägteres Bild eines Berufes als vielfach durch die Beratung der Universitäten und Hochschulen, meinten zahlreiche Oberstufenschüler.

Aber nicht nur die Gymnasiasten fanden Gefallen an der Veranstaltung. Auch seitens der Ehemaligen kamen größtenteils positive Rückmeldungen. Die Schüler seien überwiegend motiviert und stellten konkrete Fragen, die mit Freude beantwortet würden, war aus mehreren Ecken zu hören. Viele Referenten äußerten, dass solche Veranstaltungen unverzichtbar seien, es etwas in dieser Art bei den meisten von ihnen gar nicht gegeben habe und sie die Schüler mit ihrer Erfahrung gerne unterstützten, um ihnen eventuell auf ihrem Berufswahlweg Hilfe zu leisten. „Es gibt Studiengänge wie zum Beispiel Psychologie, bei denen viele nur vereinzelte spätere Berufsmöglichkeiten kennen, hier wäre das dann der Therapeut. Aber es gibt im Bereich Psychologie noch sehr viele weitere Berufe neben dem Therapeuten. In vielen anderen Bereichen ist das nicht anders. Durch eine Veranstaltung wie „Buckhorn hilft Buckhorn“ kann jeder Schüler dazu lernen und Erfahrungen sammeln“, so eine junge Referentin aus dem Abi-Jahrgang 1995.

Im Ganzen war die Veranstaltung also ein voller Erfolg. Die Schüler sammelten viele neue Erfahrungen und sind dem Ehemaligenverein sehr dankbar. Vielleicht gibt es ja ein „Buckhorn hilft Buckhorn 2.0“ im Jahre 2014?!

Enzo H. Brumm, S 1