Ein neues Fach

NAWI-Unterricht in der Beobachtungsstufe: Handlungsorientiert und praxisnah

Das Gymnasium Buckhorn geht bei der Ausgestaltung des Faches Natur in der Beobachtungsstufe neue Wege. Die Fachkollegen haben ein gemeinsames Curriculum entwickelt, bei dem Schülerexperimente in Kleingruppen, Lernen an Stationen, Protokollführung zur Sicherung der Lernergebnisse und auch „Lernen vor Ort“ an außerschulischen Lernstätten praktiziert wird. So haben wir Erkenntnisse zum Lernverhalten der Schüler umgesetzt, welche verstärkt auf Handlungsfähigkeit und Praxisbezug abzielen. Denn was von Schülern selbst durch eigenes Erleben und Erkennen erarbeitet wird, führt zu vertieften und langfristigen Lernergebnissen.

Mehr Betreuung durch Teilungsstunden:

Im Stundenplan der Fünft- und Sechstklässler unserer Schule liegt jede Woche eine Doppelstunde, in der jeweils eine Klassenhälfte in den naturwissenschaftlichen Räumen oder unter freiem Himmel praktische Experimente durchführt. Die andere Hälfte der Klasse hat dann in Stufe 5 ihre informationstechnologische Ausbildung im Computerraum. Dort werden zunächst Text- und Bildbearbeitung unterrichtet, später dann auch fächerübergreifend die in NAWI durchgeführten Experimente mit Fotos, Zeichnungen und Texten zu Präsentationen zusammengefügt, die dann ab und zu auch auf der Homepage unserer Schule erscheinen.


Parallel informationstechnologische Grundausbildung

In NAWI wird ausschließlich praxisbezogen gearbeitet.


Alle 14 Tage wechseln sich die Schülergruppen ab. Während der Teilungsstunden in NAWI wird ausschließlich praxisbezogen gearbeitet. So werden beim Thema „Heimische Pflanzen und Tiere“ im schulnahen Wald Blätter, Früchte und Samen gesammelt um einen Ausstellungskasten zu gestalten. Wir ziehen mit Lupenbecher, Bestimmungsbuch und Säge los, zählen von angesägtem Totholz die Jahresringe und suchen nach Spuren von Waldtieren.

Gemeinsamer Klassenunterricht am Beispiel Wasser:

Neben den Teilungsstunden haben alle Schüler in Stufe 5 zwei und in Stufe 6 eine zusätzliche Stunde im Klassenverband, in denen die Versuchsergebnisse diskutiert, Fachwissen weitergegeben oder der Praxisbezug der Themen mit den Schülern besprochen wird. Hierbei orientiert sich das Unterrichtsgespräch eng an den Vorerfahrungen, welche die Schüler mitbringen. Ihre Mitteilungsfreude über selbst Erlebtes trägt die lebhafte Unterhaltung, z.B. können viele Schüler von geplatzten Saftflaschen im Tiefkühler berichten, kennen die Verdunstung von Pfützen oder haben beobachtet, wie im Winter auch gefrorene Wäsche trocknet.

Tell me, I will listen; show me, I will see, let me do it, I will learn

Außerschulische Lernorte:

Ein wichtiges Standbein für einen erfolgreichen NAWI-Unterricht ist an unserer Schule auch der Besuch außerschulischer Orte. Vom Wald an unserer Schule war schon die Rede, aber wir buchen auch Führungen in andere Wälder unter fachkundiger Leitung, untersuchen schulnahe Gewässer und die Quellen des nahen Rodenbeker Tals. Für alle Klassen verbindlich sind die Besuche im Universum Science Center in Bremen und das Vakuumpraktikum im DESY. Zum Thema Wasser haben zwei Klassen im Zentrum für Schulbiologie und Umweltbildung (ZSU) in Klein Flottbek Teichuntersuchungen durchgeführt und sich im Wasserforum der Wasserwerke über die Trinkwasserversorgung früher und heute informiert. An einem Projekttag waren wir auf der Elbe (Hafenrundfahrt), unter der Elbe (alter Elbtunnel) und an der Elbe im Sielmuseum, wo wir viel über das Klärwerk Kaltehofe erfuhren. Höhepunkt war der (geruchsmäßig) bleibende Eindruck im Abwassersystem des Sammlers Altona.

Sicherung der Lernergebnisse:

Bei den praktischen Versuchen lernen unsere Schüler, Abläufe genau zu beobachten, sie sachlich und informativ in einem Protokoll getrennt nach Aufbau und Beobachtung wiederzugeben, übersichtliche Versuchsskizzen anzufertigen und auch, das Beobachtete zu erklären. In einer Mappe sammeln die Schüler diese Protokolle zusammen mit den ausgegebenen Arbeitsblättern.


Protokolle statt Tests

erste Schritte, wissenschaftlich zu arbeiten


Selbst gestaltete Titelblätter, Inhaltsverzeichnis und eigene Beiträge runden die Mappe ab, welche auch die Grundlage der Leistungsbewertung bilden. Die Kollegen haben sich darauf verständigt, diese Mappen mehrmals im Jahr ausführlich zu beurteilen und keine weiteren Tests schreiben zu lassen.

Wenn unsere Schüler in die Sekundarstufe übergehen, haben sie gelernt, selbständig Experimente zu planen, durchzuführen und genaue Beobachtungen wiederzugeben, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen, Protokolle mit informativen Skizzen zu erstellen und sie haben auch einen Einblick in die eigene Handlungsfähigkeit gewonnen (Was ist machbar?). Sie haben also erste kleine Schritte gemacht, in ihrem direkten Umfeld wissenschaftlich zu arbeiten und Spaß dabei zu haben.

Wolfgang Pioch, Fachleiter NAWI am Gymnasium Buckhorn