2009 Gespräch mit Justizsenator Till Steffen

 

Gespräch mit Till Steffen

„Klartext- Jugendliche fragen nach“

 

Mit dem Format „Klartext - Jugendliche fragen nach“, welches 2008 ins Leben gerufen worden ist, fördert die Körber-Stiftung die politische Meinungsbildung Hamburger Jugendlicher und gibt ihnen einen Anstoß, über aktuelle Entwicklungen in der Politik nachzudenken und zu diskutieren. In diesem Sinne werden Politiker eingeladen, um sich in einem Interview den Schülern, die sich intensiv auf das Gespräch vorbereiten, zu stellen. Wir, das Gymnasium Buckhorn, sowie drei andere Partnerschulen der Körber-Stiftung bekamen dieses Jahr zum zweiten Mal die Chance an dem Projekt teilzunehmen. Herr Dr. Till Steffen, Hamburgs jüngster Justizsenator, stellte sich dieses Jahr den Jugendlichen zur Diskussion zur Verfügung. Ausgewählt wurden die Themen „Datenschutz“ und „Jugendkriminalität“.

 

Am Anfang fand ein Vorbereitungstreffen statt, bei dem wir uns kennengelernt haben und uns mit Judith Voss und Christian Lauenstein, zwei Studenten der Henri-Nannen- Journalistenschule, die Themen erarbeitet haben. Außerdem hatten wir zu den Themen je einen Referenten, der uns bei der Ausarbeitung des jeweiligen Themas unterstützt hat. So hat uns Christian Horchert, IT-Sicherheitsberater und Mitglied der Piratenpartei, seine Meinung über Datenschutz näher gebracht und hat mit uns unsere vorläufigen Fragen an Herrn Steffen besprochen. Herr Rieckhof, Mitglied im Sprecherrat der Bundesarbeitsgemeinschaft der Jugendgerichtshilfe in der DVJJ( Deutsche Vereinigung für Jugendgerichte und Jugendgerichtshilfe e.V.), hat uns zum einen über das Jugendstrafrecht, zum anderen über die Probleme der Umsetzung informiert. Immer wieder ging es für uns um die Frage: „Was ist Sicherheit und was bedeutet Freiheit für uns?“ Gerade in diesem Punkt waren wir uns häufig nicht einig und es wurde heftig diskutiert. Aufgeteilt wurden wir in zwei Gruppen: die Filmgruppe und die Interviewgruppe.

 

In den folgenden Wochen wurde die Filmgruppe insbesondere von dem politischen Redakteur Wolfram Bortfeldt und TIDE TV geschult und unterstützt. Erlernt wurden unter anderem die Grundlagen der Filmproduktion. In diesem Sinne hieß es dann: lange Spaziergänge durch die Innenstadt, Passanten befragen, Szenen nachstellen und schließlich den Film zusammenschneiden. Während Christina Mausolf (S3) und Claudia Reichelt (S3) in der Filmdomäne kreativ wurden, widmeten sich Christian Ertel (S3) und Lea Oelkers (S3) der Interviewvorbereitung. Mit einem Rhetorikkurs wurden sie von Andreas Baumann, Dozent von der Akademie für Publizistik, geschult, um schließlich gut vorbereitet das Interview am 17. November mit Herrn Steffen führen zu können. Während Lea in der Moderation souverän durch den Abend führte, fühlte Christian Herrn Steffen gekonnt auf den Zahn.

 

Am Abend der Veranstaltung verdeutlichte der Hamburger Justizsenator Herr Steffen seine Position zum „selbstbewussten Datenumgang“. So seien elektronische Medien heutzutage nicht mehr wegzudenken, doch müsse man aufpassen wie viele und welche Daten preisgegeben werden, da sonst bei Missbrauch, wie z.B. bei der Datenpanne bei SchülerVZ, erhebliche Schäden auftreten können. In Bezug auf Kameraüberwachung betonte Herr Steffen, dass er nicht komplett „pro Kamera“ wäre, da er sich über das Risiko der Einschränkung von Persönlichkeitsrechten bewusst sei. An Kriminalschwerpunkten in der Stadt seien Überwachungskameras jedoch unerlässlich.

 

Laut Statistik des Landeskriminalamts Hamburg nimmt die Quote der Jugendkriminalität seit geraumer Zeit stetig ab, doch die Straftaten werden immer brutaler. Eine der Fragen, die sich aus dieser Tatsache ergibt, ist, wie man die straftätigen Jugendlichen wieder in die Gesellschaft eingliedert. Nach Herrn Steffen sei das Gefängnis die letzte Lösung. Eher sollte man versuchen mit den Jugendlichen zu arbeiten und ihnen eine Perspektive, z.B. in Form einer Ausbildung, zu bieten, um ihre persönliche Stabilität zu festigen.

 

Am Ende waren wir uns alle einig: Es war eine gelungene Veranstaltung und es hat uns allen sehr viel Spaß gemacht!

 

 

Claudia Reichelt, S3